ENTWURF WINTERSEMESTER
Riegel
Städtebauliches Konzept:
Das Gebäude wird als additives, lineares Element quer zum hang positioniert und trennt damit das Grundstück in einen
kleinen öffentlichen Bereich zur Straße hin und einen großen privaten Bereich hinter dem Gebäude. Durch auskragende
Dachteile entstehen überdachte Außenbereiche. Die Räume sind ist nach Norden oder Süden ausgerichtet. Drei gleichartige
Volumen mit Gruppenräumen, ein Zwischenbereich und ein Volumen für Nutzräume werden aneinandergereiht und versetzt
den Hang hinaufgestaffelt. Die unterschiedlich großen Dachscheiben liegen geschuppt übereinander und verbinden
die Volumen miteinander. Somit funktionieren Schnitt und Grundriss nach demselben Prinzip.
Entwurf:
Das Grundstück wird oberhalb des Baumes betreten und auf einem befestigten Weg erschlossen. Man erreicht das Gebäude
auf dem Durchgang zwischen den beiden Bereichen der Gruppenräume und der Nutzräume.
Die drei Gruppenräume sind versetzt aneinandergereiht und durch ein raumhohes Spiel- und Aufbewahrungsmöbel verbunden.
Die Räume werden über eine Vorzone betreten und öffnen sich großflächig zum Garten. Die Nutzräume beinhalten die
Sanitärzone zum Garten hin, das Lager, das Büro mit Blick zur Straße und die Küche,
die sich zum überdachten Zwischenbereich orientiert und ebenfalls großflächig durch ein Rolltor geöffnet werden kann. So
erweitert sich die Küche mit dem Zwischenbereich zum Essplatz. Der Sanitärbereich beinhaltet zum einen ein WC für die
Erzieherinnen und davon getrennt, mehrere WCs für die Kinder. Im Außenbereich befindet sich der Waschplatz, der zum
spielerischen Umgang mit Wasser einlädt.
Klimakonzept:
Die Gruppenräume werden im Winter ausschließlich durch solare Einstrahlung erwärmt. Die inneren Wände dienen mit ihrer
Masse als Wärmespeicher, der die Temperaturschwankungen des Tages abfedert, indem er Wärme langsam aufnimmt
und abgibt, wenn die Temperatur des Raumes unter die der Wand fällt. Die Überhitzung des Gebäudes wird vor allem durch
den Dachüberstand verhindert, der bei einer Nordausrichtung die direkte Sonneneinstrahlung zuverlässig von den Innenräumen
abhält. Die Dachüberstände im Süden sorgen zusätzlich für einen trockenen Gang und wettergeschützte Fassaden
sowie Spielbereiche.
Außenbereiche:
Den Gruppenräumen sind Terrassen vorgelagert und im Bereich des Eingangs sind sie mit überdachten Sitzmöglichkeiten
ausgestattet. Der Garten ist von jeder Terrasse ebenerdig zu erreichen. Unter den Bäumen entstehen verschattete Aufenthaltsbereiche,
weiterhin werden die bestehenden Reste der ehemaligen Wasserzisterne zur Spiellandschaft und zum
Treffpunkt für die Kinder und Erzieherinnen umgewandelt. Durch das Einfügen von Sitzstufen im Betonring wird ein theaterähnlicher
Versammlungsbereich geschaffen und durch ein Sonnendach beschattet.
Innenraum und Material:
Ein raumhohes Spiel und Aufbewahrungsmöbel verbindet die Gruppenräume untereinander. Der 60cm tiefe Einbau aus
Holz dient zum einen als Lagerfläche und zum anderen zum Hinüberklettern in den anderen Raum bzw. als Rückzugsnische
für die Kinder. Durch dieses Möbel werden die Höhensprünge im Gebäude für die Kinder einmal mehr erlebbar. Die
massiven Ziegelwände bleiben unverputzt, auf dem Fußboden werden Holzbohlen verlegt. Nach Bedarf können mit Grasmatten
einzelne Wand und Bodenteile bedeckt werden. Im Außenbereich bleiben die Wände ebenfalls unverputzt und die
Ziegelstruktur setzt sich als Pflaster im Bodenbelag des Außenbereichs fort. Fliesen ersetzen in den Nassbereichen sowie
der Küche den Holzbodenbelag.